PSYCHIATRIE MUSEUM

Allgemeine Informationen zum Museum 

Der Museumsgedanke reicht bis ins Jahr 1914 zurück. Anlass dazu bot die Landesausstellung 1914 in Bern, an der sich auch die Bernische kantonale Irrenanstalt Waldau beteiligte. Parallel dazu erwachte in dieser Zeit an mehreren Orten Europas das Interesse an der bildnerischen Gestaltung psychisch Erkrankter- und so überrascht es nicht, dass der Psychiater Walter Morgenthaler (1882-1965) auf die Museumsidee stiess, zumal er schon seit einigen Jahren Adolf Wölfli (1864-1930) als seinen Schützling begleitete.

Unter Mithilfe des Pflegepersonals und anderer engagierter Ärzte richtete Morgenthaler ein Museum in zwei Räumen über dem einstigen Hörsaal des Neubaus (der heutigen Alten Klinik) ein. In einem der Räume wurden Modelle früherer Behandlungsmethoden, historisch gewordene Gegenstände wie Deckelbad, Zwangsjacken, Gurten, Fluchtobjekte und Anstaltsdokumente aufbewahrt, im anderen die Zeichnungen, Schriften und KompositionenAdoIfWölflis sowie die Arbeiten vieler anderer Patienten. Ein besonderes Augenmerk schenkte Morgenthaler dem Sammeln von Bildern und Texten, die er als Untersuchungsmaterial für seine Habilitationsschrift Übergänge zwischen Zeichnen und Schreiben bei Geisteskranken (1918) benutzte. Doch auch nach dem Erscheinen dieser Publikation und des berühmt gewordenen Buches Adolf Wölfli. Ein Geisteskranker als Künstler (1921) setzte er seine Sammeltätigkeit für das Museum bis etwa 1930 fort, wie sein Zettelkatalog belegt. Nach Morgenthaler fiel das Museum in einen Dornröschenschlaf, auch wenn die Klinikdirektion immer für Betreuung sorgte.

1987 leitete der Klinikdirektor, Prof. Dr. Wolfgang Böker, die seit langem notwendig gewordenen Archivierungsarbeiten der Sammlung in die Wege. Während die gross angelegte Sanierung des Pfründerhauses im Gange war, gründete er 1990 die Stiftung Psychiatrie-Museum Bern, die Eigentümerin des 1993 eröffneten Museums ist. So gelangte die ganze Sammlung, welche heute fachmännisch betreut und auch ergänzt wird, von der Alten Klinik ins Museumsarchiv des Pfründerhauses.

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