Projektgruppe Interaktions-Prozesse in Psychotherapien
Synchronisation
Projektmitarbeiter:
F. Ramseyer, W. Tschacher, Z. Kupper
Hypothesen und Projektziele
In der Psychotherapie spielen zwischenmenschliche Beziehungen eine zentrale Rolle. Die Projektgruppe untersucht die verschiedenen Ingredienzien, welche die Qualität menschlicher Begegnung begünstigen oder verschlechtern. Dabei wird der zeitlichen Entfaltung einer Interaktion besondere Beachtung geschenkt, d.h. der Prozess der Bildung einer tragfähigen Beziehung oder der Verlauf einer Entfremdung zweier oder mehrerer Individuen soll besser verstanden werden. Die Forschung konzentriert sich auf mehrere Kommunikationskanäle:
- Sprache: z.B. inhaltliche Analyse einer Therapie (Transkript; Video)
- Nonverbales Verhalten: z.B. Synchronisation der Körperbewegung (Video; Soziophysiologie)
- Prosodie: z.B. Veränderungen in der Prosodie (Audio)
- Fragebogen-Daten: z.B. Verlauf von Antwortmustern (Stundenbogen-Daten)
Beispiele für unterschiedliche Ausmasse nonverbaler Synchronisation in Therapiesitzungen:
Kreuzkorrelations-Plots zweier Sitzungen (Nr. 09 und Nr. 40) einer Psychotherapie.
Sitzung 09 (links) weist signifikant weniger Synchronisation auf als Sitzung 40 (rechts).
Dargestellt sind sowohl zeitverschobene (+/- 5 sec.) als auch zeitgleiche Bewegungen von Patient und Therapeut.
Kooperationspartner:
Eric Keller; Université de Lausanne
Anna Esposito; Seconda Università degli Studi di Napoli
Daniel Gassmann; Inst. f. Psychologie, Universität Bern
26.6.2007/FR
